Neue Kriterien fürs Maxxticket

An die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Stadtrat Ludwigshafen

Betr.: Neue Kriterien fürs Maxxticket

Sehr geehrte Damen und Herren,

aus der Rheinpfalz vom 2.6.2018 konnte man entnehmen, dass das von der Stadt bezahlte Maxxticket eingeschränkt wird. Es wurde neu bewertet, was ein „gefährlicher“ Schulweg sei.

Welche 14 Schulwege bisher als gefährlich galten, konnte auch die Rheinpfalz nicht in Erfahrung bringen.  Jedenfalls gehörte die Asylbewerberunterkunft Rampenweg bisher zu den gefährlichen Schulwegen und die hier lebenden Kinder haben ein Maxxticket erhalten wenn sie in die weiterführende Schule gehen. Darüber waren die Kinder und ihre Eltern sehr glücklich, es hat die Kinder stolz gemacht und zum Schulgang motiviert.

Jetzt habe ich die Auskunft von der Maxxticketstelle bekommen, dass diese Beurteilung des Schulweges Rampenweg gestrichen wurde. Das ist sehr bedauerlich und auch problematisch. Die nächst liegenden Schulen sind die Karolina Burger Schule Mundenheim und die Ernst Reuter Schule in Gartenstadt. Diese sind zwar weit entfernt, aber womöglich noch innerhalb der 4 Kilometer (der Fußweg vom Rampenweg zur Karolina Burger-Schule beträgt 40 Minuten!).

An Asylbewerberleistung gibt es für Kinder von 7 bis 14 Jahren: 242 €, für Kinder von 15 bis 18 Jahren 276 €. Das Maxxticket kostet 43,10 € pro Monat, also etwa 1/6 des gesamten Geldes. Das ist sehr hart, zumal es keine Möglichkeit gibt, das Maxxticket monatsweise zu kaufen und so in den Ferien oder im Sommer einzusparen. Diese Regelung bedeutet eine weitere Hürde für den Schulbesuch der Flüchtlingskinder.

Bitte überprüfen Sie, ob auch die anderen Schulwege, die nicht mehr als gefährlich gelten, sozial benachteiligte Familien betrifft. Bitte setzen Sie sich mit dafür ein, dass zumindest Kinder ärmerer Familien weiterhin ein Maxxticket bekommen. An den Kindern und ihrer Ausbildung zu sparen ist in keiner Weise nachhaltig, sondern führt mit weiter reduzierter Motivation der Kinder und ihrer Familien zu keinen oder schlechteren Schulabschlüssen und den entsprechenden sozialen Kosten.

Mit herzlichem Gruß und Bitte um Unterstützung

Marianne Speck