Leserbrief, betr. Altersfeststellung bei jugendlichen Flüchtlingen

Marianne Speck, Mitglied der Initiative „Respekt: Menschen!“

Leserbrief, betr. Altersfeststellung bei jugendlichen Flüchtlingen

Was soll die dringende Forderung, dass bei jungen Flüchtlingen das Alter genau festgestellt werden muss? Was hätte es für das furchtbare Drama in Kandel gebracht, wenn der Junge „in Wirklichkeit“ 17 oder 18 Jahre alt gewesen wäre?


Auch der jetzt in Ihrer Zeitung zitierte Experte Friedrich Wilhelm Rösing verspricht, dass er „das Alter und die Fehlermöglichkeiten“ genau ermitteln kann. Nämlich, dass man das Alter von Jugendlichen auf etwa plus minus zwei Jahre bestimmen kann. Ist der Junge 15 oder 17, ist er 17 oder 19?

Auf jeden Fall handelt es sich um junge Männer, die durch Vorgeschichte und Fluchtweg häufig destabilisiert sind. Wollen wir sie mit pädagogischer Hilfe und dem Know How der Jugendämter  soweit wie möglich stabilisieren? Oder wollen wir das Geld sparen und dann darüber jammern und uns aufregen, dass aus ihnen nichts Vernünftiges geworden ist? Oder wollen wir Kinder und Jugendliche einfach in Kriegsgebiete abschieben?

Die Betreuung der Jugendlichen kann theoretisch auch bis zum 20. Lebensjahr gehen, wenn es als nötig gesehen wird. Schon zur Zeit wird bei den Jugendämtern mächtig auf das Geld gesehen und möglichst Personal gespart. Sogar wenn die  Betreuung optimal wäre, ist es nicht gesichert, dass nichts passieren kann. Aber vielen Kindern und Jugendlichen wird durch die Betreuung geholfen, dass sie sich ein eigenständiges Leben in der Gesellschaft aufbauen können.

(Der Leserbrief war an DIE RHEINPFALZ gerichtet, wurde aber nicht gedruckt)

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